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Fixe Rollen im Drehbuch

Fixe Rollen im Drehbuch




Fixe Rollen im Drehbuch


Älteste Kinder sind eher angepasst, Jüngste hingegen risikobereit.

Diese und andere Thesen werden jetzt in einer Studie überprüft.
Warum sind älteste Schwestern oder jüngste Brüder unterschiedlicher Herkunft manchmal einander ähnlicher als die Geschwister aus derselben Familie ?

Die Frage nahmen Wissenschafter in jüngester Zeit wieder vermehrt zum Anlass diverser Untersuchunge.Und sie haben dabei die Einzelkinder rehabilitiert: Die" verwöhnten Prinzen und Prinzessinnen" wurden ja bisher als egozentrisch beurteilt.

"Stimmt nicht", sagt der Verhaltensforscher Klaus Atzwanger von der Universität Wien.
Seine Studien in einem Jugendferienlager haben ergeben, dass Einzelkinder nicht asozialer sind.
Möglicherweise, so der Wissenschafter, weil sich die Eltern geschwisterloser Kinder meist ohnehin intensiv um Sozialkontakte mit anderen Kleinen bemühen. Dennoch müssen Einzelkinder auf etwas verzichten, was Psychologen als die "längsten aller Sozialbeziehungen des Menschen" bezeichen, nämlich die Beziehungen zu den Geschwistern.

Derzeit fällt gerade der Startschuss für eine internationale Studie, die zeigen soll, inwieweit die Persönlichkeit eines Kindes dadurch beeinflusst wird, ob es das Erst- oder Letztgeborene ist.
Atzwanger wird die österreichischen Daten erheben.

Weitere teilnehmende Länder sind Deutschland, Israel, Russland, Japan und Nordwegen.
Die aufsehenerregendste Publikation zu diesen Thema kam bereits vor fünf Jahren vom Bostoner Historiker Frank Sulloway.

An historischen Persönlichkeiten wie Charles Darwin machte er seine These fest: Dass nämlich jüngste Kinder besonders bereits sind, radikale Neuerungen zu entwickeln.
Erstgeborene hingegen sind zwar meist ehrgeizig und dominant, aber konformistischer, was sich aus ihrer Geschichte erklärt.

Älteste versuchten meist die Gunst ihrer Eltern zu erlangen, indem sie als Ersatzeltern für jüngere Geschwister auftreten. Damit ist für die Jüngergeborenen die Eigenschaft "Gewissenhaftigkeit" schon besetzt.

Sie fallen lieber durch Widerspruchsgeist auf und sind risikobereiter als die ältern Geschwister.
Dass auch Älteste dann und wann mit Innovationen berühmt wurden, erschüttert den amerikanischen Forscher nicht im mindesten.

Denn - so sein Befund: Wenn Erstgeborene grundlegende Konflikte mit den Eltern austragen, werden sie offen für Innovationen. Die mittleren Kinder, oft wenig charmant als " Sandwichkinder" bezeichnet, haben die größte Distanz zu den Eltern, wie in einer kanadischen Studie festgestellt wurde. Ihnen kommt die schwierigste Position in der Familie zu.

Oft bekommen sie zwischen den lauten, dominanten Älteren und den Zuwendung fordernden, Kleinsten zu wenig Aufmerksamkeit der Eltern und werden damit leicht " vergessen ".
Sie geben ihren eigenen Kindern beispielsweise am seltensten den Namen ihrer Eltern.
Aber es gibt auch Skeptiker an diesen Theorien. Grundsätzlich sei der Erziehungsstil der Eltern für die Persönlichkeitsentwicklung wichtiger als der Geschwisterrang.

Dies meint etwa Brigitte Rollett, Professorin am Institut für Psychologie an der Universität Wien.
Auch sie widerlegt das Vorurteil "armer" Einzelkinder. Im Normalfall seien diese sehr gut geförderte Kinder. In einem neu vom Institut für Psychologie herausgegebenen Buch spiegeln sich die Zwiefel so mancher Forscher an den Studienergebnissen der vergangenen Jahre wider.
Gleichzeitig wird beklagt, dass das Thema eine vernachlässigte Kategorie der Forschung ist.
Schließlich hat das Thema gesellschaftspolitische Relevanz: Die Familiengröße schrumpft, es gibt immer mehr Einzelkinder.


Wer aber wird künftig den Part der rebellischen Jüngsten übernehmen ?





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